Icon InformationInformation Durchflussgrößen gemäß MID

Die europäische Messgeräterichtlinie (MID) ist 2006 in Kraft getreten. In Folge dessen änderte sich die gewohnte Kennzeichnung bei den Wasser- und Wärmezählern. Diese sind entsprechend der Europäischen Messgeräterichtlinie 2014/32/EU (MID) zu kennzeichnen. Die Übergangsfrist der alten nationalen Zulassungen endete am 31.12.2015, seit dem 01.01.2016 werden nur nach MID zugelassene und konformitätsbewertete („geeichte“) Messgeräte in den Verkehr gebracht.

Alt
(ISO)
MID
Wärmezähler
MID
Wasserzähler
Beschreibung
Qmin qi Q1 Kleinster Durchfluss
Qtrenn (Qt) 0,1 * qp Q2 Übergangsdurchfluss
Qnenn (Qn) qp Q3 Dauerdurchfluss
Qmax qs Q4 Überlastdurchfluss

Q1 - kleinster Durchfluss (Mindestdurchfluss)

Der kleinste Durchfluss bei dem der Wasserzähler eine Anzeige liefert, die den eichrechtlichen Anforderungen hinsichtlich der Fehlergrenze entspricht.

Q2 - Übergangsdurchfluss (Trenngrenze)

Ist ein definierter Durchfluss, der den Übergangspunkt definiert vom Bereich mit der größeren zulässigen Fehlergrenze zum Bereich mit der kleineren zulässigen Fehlergrenze.

Q3 - Dauerdurchfluss (Nenndurchfluss)

Der Durchfluss bei dem der Wasserzähler unter normalen Bedingungen, also unter gleichförmigen oder wechselnden Durchflüssen, am besten arbeitet.

Q4 - Überlastdurchfluss (größter Durchfluss)

Dies ist der größte Durchfluss, bei dem der Wasserzähler für eine kurze Zeitspanne ohne Beeinträchtigung zufrieden stellend misst.

Gegenüberstellung Qn und Q3

Bei Bezeichnung Q3 gemäß MID gilt: Qn entspricht 0,6 * Q3
Qn m³/h1,52,53,561015254060100150250
Q3 m³/h2,54,06,31016254063100160250400

Fehlergrenzen

Die maximal zulässige Fehlergrenze entsprechen der früheren Regelung mit ±5% im Anlaufbereich (Q1 bis Q2) und ±2% im oberen Durchflussbereich (Q2 bis Q4).

Genauigkeitsklasse / Ratio

In der alten Regelung wurden Wasserzähler in die Genauigkeitsklasse A, B, C und D eingeteilt, wobei D der höchsten üblichen Klasse entsprach. Gemäß MID wird dies in der Ratio ausgedrückt, die Q3/Q1 entspricht, je höher desto empfindlicher spricht das Gerät im Anlaufwert an. Mechanische Wasserzähler liegen meist im Bereich R40 bis R100, Ultraschallzähler üblicherweise R100 bis R250.

Zulässige Einbaulage

Dies wird auf den Zähler gekennzeichnet mit der Angabe H (horizontal) und V (vertikal) sowie der dazu gültigen Ratio, z. B. R100H und R50V.

Beispiel: Fehlerkurve eines Wasserzählers

Die rote Linie kennzeichnet die maximal zulässige Fehlergrenze, die blaue Linie beispielhaft die Fehlerkennlinie eines geprüften Wasserzählers.

Fehlerkurve eines Wasserzählers