Icon InformationEinbau und Auslegung von Wasserzählern

Dimensionierung Wasserzähler Wohnungswasserzähler (Aufputzzähler)

Dimensionierung Wohnungswasserzähler

In den Wohnungen gilt als Standard für Wohnungswasserzähler: Qn 1,5 m³/h (Q3 2,5 m³/h) mit Ausnahme bei alten Druckspülern: Qn 2,5 m³/h (Q3 4,0 m³/h). Ventilzähler können in Verbindung mit Druckspülern nicht eingesetzt werden, hier ist die Empfehlung die alten Druckspüler durch moderne, leise und wassersparende Spülkästen zu ersetzen.

Hauswasserzähler (Mehrstrahlzähler)Dimensionierung Hauwasserzähler

Die Dimensionierung der Hauswasserzähler in Anlehnung an EN 806-3, DIN 1988-3 und den Festlegungen des „DVGW Fachausschusses Wasserzähler“ nach erfolgt auf Basis der Fünf-Minuten Linie. Das bedeutet, die Maximalbelastung Qmax (Q4) darf innerhalb eines Tages bis zu fünf Minuten überschritten werden und der Volumenstrom bewegt sich pro Tag maximal eine Stunde zwischen Qn (Q3) und Qmax (Q4) des Wasserzählers, es sei denn der Hersteller weist ausdrücklich auf eine höhere zulässige Dauerbelastung hin. Dimensionierungsvorschlag für Wohngebäude gemäß DVGW W406 Tabelle 3:

Nenngröße Zähler m³/hBelastung max. m³/hMax. Anzahl der zu messenden Wohnungen bei Installation von
Qn (EWG)
Q3 (MID)
Qmax (EWG)
Q4 (MID)
Spülkasten
Druckspüler
2,54,0553015
6,06,0121210085
1016,02020200200

Montagehinweise

Wohnungswasserzähler

Zeichnung eines Aufputzzählers

Wohnungswasserzähler (Aufputz- oder Unterputz) in Fließrichtung einbauen. Sie können in allen drei Einbaulagen montiert werden: waagerecht, Fall- und Steigrohr. Lediglich der Überkopfeinbau, also die m³ Anzeige nach unten, ist nicht erlaubt. Eine Ein- oder Auslaufstrecke ist bei Wohnungswasserzählern nicht erforderlich.

Hauswasserzähler (Mehrstrahlzähler)

Zeichnungen der Bauformen Hauswasserzähler (waagerecht, Steigrohr und Fallrohr)

Zeichnung 1a waagerechte Ausführung mit Gewindeanschluss Zähler nur horizontal einbauen, andere Einbaulagen sind nicht erlaubt. Zählwerk (m³ Anzeige) muss immer nach oben zeigen.

Zeichnung 1b Steig-/Fallrohr-Ausführung mit Gewindeanschluss Zähler nur in Steig- bzw. Fallrohrleitungen einbauen, andere Einbaulagen sind nicht erlaubt. Zählwerk (m³ Anzeige) muss immer nach oben zeigen.

Bei Mehrstrahlzählern ist keine Ein- und Auslaufstrecke erforderlich.

Einbaulage UltraschallwasserzählerUltraschallzähler

Den Ultraschallwasserzähler zwischen zwei Kugelhähne so einbauen, dass der Pfeil am Volumenmessteil mit der Strömungsrichtung übereinstimmt. Es sind keine Ein- oder Auslaufstrecken vorgeschrieben. Jedoch nach starken Durchflussstörungen , z. B. Einbau hinter einem  Winkel oder T-Stück ist eine Einlaufstrecke ratsam. Empfohlen wird mindestens 5 x DN, manche Ultraschallzähler 10 x DN - siehe Einbauanleitung oder Datenblatt des jeweiligen Zählers. Ultraschallzähler können in beliebiger Einbaulage eingebaut werden: waagerecht, fallend oder steigend.

Woltmannzähler

Zeichnung der Bauformen Woltmannzähler Typ WP und WS

Zeichnung 2a waagerechte Ausführung (Woltmannzähler Typ WS) mit Flanschanschluss Zähler nur horizontal einbauen, andere Einbaulagen sind nicht erlaubt. Zählwerk (m³ Anzeige) muss immer nach oben zeigen.

Zeichnung 2b Steig-/Fallrohr-Ausführung (Typ WP) mit Flanschanschluss Alle Einbaulagen (horizontal, vertikal, Steig- und Fallrohrleitungen) sind erlaubt.

Das Zählwerk (m³ Anzeige) muss immer nach oben oder nach vorn zeigen. Der Überkopfeinbau, Zählwerk (m³ Anzeige) nach unten, ist nicht zulässig.

Bei Woltmannzählern ist eine Einlaufstrecke von 3-5 x DN in Nennweite des Zählers vorzusehen und eine Auslaufstrecke von 3 x DN.

Einbauempfehlung Wasserzähler

Einbauempfehlung Woltmannwasserzähler mit Beruhigungsstrecke und Absperrventilen

Den Wasserzähler zwischen zwei Absperrvorrichtungen einbauen, für Woltmannzählern sind die genannten Ein- und Auslaufstrecken vor und nach dem Zähler zu beachten. Für Wohnungswasserzähler und Hauswasserzähler sind keine Beruhigungsstrecken vorzusehen. Für Wohnungswasserzähler (Aufputz- und Unterputzzähler) ist in aller Regel der Einbau nach einer Absperrvorrichtung ausreichend.

BauformenWasserzähler Einstrahltechnik

Einstrahlzähler

Aufputzzähler sind als Einstrahlzähler konstruiert und besitzen nur eine Eintritts- und eine Austrittsöffnung, das Flügelrad bewegt sich direkt im Wasserstrom. Diese Bauart ist sehr kompakt und kostengünstig und damit ideal für Wohnungszähler.

MehrstrahlzählerWasserzähler Mehrstrahltechnik

Im Messteil wird der Wasserstrom durch mehrere Ein- und Austrittsöffnungen auf das Flügelrad geleitet und trifft dort in mehreren Strahlen auf und ermöglicht kleinere Anlaufwerte. Diese Konstruktion wird verwendet für Hauswasserzähler, Koax 2" Messkapsel usw.

Wasserzähler NassläuferNassläufer

Bei Nassläufern steht das Zifferblatt im Wasser, die Bewegungsübertragung vom Flügelrad auf das Zählwerk erfolgt direkt über Zahnräder, da kein Magnet angetrieben werden muss, wirkt sich dies auch positiv auf die Anlaufwerte aus.

 

Wasserzähler TrockenläuferTrockenläufer

Bei Trockenläufern erfolgt die Bewegungsübertragung vom Wasserteil auf das im Trockenen liegende Messwerk über eine Magnetkupplung. Für Warmwasser-, Wohnungs- und Unterputzzähler, damit Ablagerungen oder Verschmutzungen die Ablesbarkeit nicht beeinträchtigen.

Ultraschallzähler Messprinzip

Beim Ultraschallzähler handelt es sich um ein statisches Messverfahren, d.h. Es gibt keine mechanisch beweglichen Teile für die Volumenstrommessung.

Ultraschallzähler messen die Geschwindigkeit des Volumenstroms mit einem Laufzeitdifferenzverfahren: ein Ultraschallsignal wird mit und ein Signal gegen den Wasserstrom gesendet.Ultraschall schematische Darstellung des Messprinzips Das gegen den Strom gesendete Signal benötigt eine größere Zeitspanne bis es auf den Ultraschallmesswandler trifft, wie das mit dem Strom gesendete Signal. Der so gemessene Laufzeitunterschied ist proportional zum Durchfluss, d.h. je größer der Durchfluss desto größer der Laufzeitunterschied, die sogenannte Laufzeitdifferenz. Aus der Laufzeitdifferenz wird die Fließgeschwindigkeit berechnet, dies ergibt mit dem Volumeninhalt der Messstrecke die präzise  Durchflussmenge.

Vorteile dieses Messprinzips sind der geringe Druckverlust, die geringe Empfindlichkeit gegen Schwebeteilchen im Wasser und da keine mechanisch bewegten Teile vorhanden sind die nahezu verschleißfreie Volumenstrommessung. Dadurch ist eine hohe Langzeitmessstabilität garantiert und die Ultraschallmessung ist auch nach Jahren noch so genau wie am ersten Tag.

WoltmannzählerZeichnung Woltmannzähler Typ WP

Benannt nach dem Erfinder Reinhard Woltman der 1790 das Prinzip der Strömungsmessung mit Flügelrädern beschrieb, auch als Woltmannflügel bezeichnet. Dieses Prinzip findet heute noch Anwendung in den nach ihm benannten Wasserzählern. Die Bauform ermöglicht geringe Druckverluste und einen großen Messbereich.

Typ WP, die Flügelradachse steht parallel zum Volumenstrom. Die Zähler sind für senkrechte und Zeichnung Woltmannzähler Typ WSwaagerechte Einbaulage geeignet.

Der Typ WS ist nur für die waagerechte Einbaulage vorgesehen. Die Flügelradachse steht senkrecht zum Wasserstrom. Diese Konstruktion ermöglicht deutlich kleinere Anlaufwerte, bedeutet jedoch auch einen höheren Druckverlust wie Modell WP.

Die Woltmannzähler finden beispielsweise Verwendung in  Versorgungsleitungen, Gewerbe und Industrie. Woltmannzähler reagieren konstruktionsbedingt empfindlich auf Durchflussstörungen, die Ein- und Auslaufstrecken sind einzuhalten.